Wie im vorangehenden Abschnitt erwähnt, nimmt eine auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgerichtete Art der Landbestellung keine Rücksicht auf die Regenerationsfähigkeit des Boden, auf die für den Erhalt der Fruchtbarkeit so wichtigen Kleinstlebewesen und die knappen Grundwasserreserven. Fährt man durch Nordindien, fallen oft Felder auf, die mitunter mehrere Meter unter dem allgemeinen Bodenniveau liegen. Die Feldraine sehen aus wie natürliche Lehmmauern. Wie kommt es zu diesem ungewöhnlichen Anblick? Bringen die Felder durch intensive Bewässerung plus exzessiven Düngereinsatz kaum mehr Frucht, wird zu einem drastischen Mittel gegriffen. Abhilfe bietet dann nur noch die Abtragung des Mutterbodens. Etwa ein Meter wird abgegraben, das Material wird in örtlichen Ziegeleien weiterverarbeitet. Humusanteile verschwinden somit einfach, mit all den daraus sich ergebenden Folgen. Auf dem Feld wird inzwischen sozusagen ein Stockwerk tiefer angebaut, bis diese Bodenschicht ebenso ausgelaugt ist, ein Teufelskreis.

 

Blumenkohl und Gelbwurz zwischen Pappeln
Mischkultur aus Bäume, Blumenkohl, Gelbwurz
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Kirpal Sagar verwendet leichte Traktoren, um die Bodenverdichtung in Grenzen zu halten. Ein System der Kreislaufwirtschaft mit Fruchtwechseln minimiert den Einsatz von Dünger. Getreidestroh wird als Einstreu im Stall verwendet, dann der Biogasanlage zugeführt, deren Reste mit anderen organischen Abfällen wie Stroh kompostiert. Die Nährstoffe kommen damit organisch gebunden in den Boden zurück und werden nicht so leicht vom ablaufenden Monsunregen mitgenommen. Im Gemüseanbau in Kirpal Sagar kommt inzwischen vermehrt Tröpfchenbewässerung zum Einsatz. Feldraine werden mit Bäumen bepflanzt, einzelne Felder mit Bäumen besetzt. Stark wasserbedürftige Pflanzen wie Reis werden nur in der für die Eigenversorgung nötigen Menge angebaut.

Die Maßnahmen wirken natürlich nicht über Nacht. Langer Atem und Durchhaltevermögen sind nötig.