Öffentliche Nahverkehrsmittel sind auf dem flachen Land in Nordindien rar, sowohl was die örtliche Netzabdeckung als auch den Takt angeht. Schulkinder haben es noch am besten. Sie werden oft mit Sammeltaxis oder Schulbussen abgeholt. Erwachsene brauchen entweder selbst ein Auto, was sich kaum jemand leisten kann, oder sie hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit auf einem Traktor, Motorrad oder Lastwagen.

Für Kranke, insbesondere für ältere Kranke, sind das wahrlich keine geringen Hürden, um in eine Praxis oder ein Krankenhaus zu kommen. Abhilfe bietet das traditionelle medical camp, das vor allem von gemeinnützigen Organisationen, aber auch von einigen Krankenhäusern angeboten wird.

Man braucht dazu einen zentralen Ort in einem Dorf, zum Beispiel freies Feld oder den Schulhof, ein Zelt, besser einen Raum in einem Gebäude oder gar einen zur Praxis umgebauten Kleinbus, eine mobile Klinik. Das Camp wird mit Plakaten angekündigt, den Rest erledigt die Mundpropaganda. Am Termin warten meist bereits etliche Menschen, die untersucht und beraten werden wollen.

Einfache Krankheiten werden vor Ort behandelt, komplizierteres muss oft ins Krankenhaus mitgenommen werden. Hat der Veranstalter selbst eine medizinische Einrichtung, bringt er oft einen Krankenwagen oder auch einen Kleinbus für Sitzendtransporte mit.